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Langeoog – Ruhe und Entspannung pur, nur kalt halt… (3/3)

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Langeoog - kleine FähreDer Sommer ist vorbei. Auch sind die letzten Gäste der Herbstferien abgereist. Plötzlich ist es leer… noch ruhiger… ungezwungen.
Der Groß-Parkplatz in Bensersiel war leer. Die Autos reichten gerade mal für drei Autoreihen, großzügig eingeparkt. Die Zufahrt geschlossen, rein ging es durch ein schmales Seiten-Tor. Dieses wurde abgeschlossen, als das Schiff ablegte.

Die großen Fähren liegen fest verzurrt in den Häfen. Vielleicht dürfen sie zu Weihnachten nochmal ran. Bis dahin übernehmen die kleinen Ausflugsschiffe den Fährdienst. Eine handvoll Urlauber war mit auf der Mittagsfähre. Der Rest waren Insulaner, die ihren Wocheneinkauf am Festland getätigt haben.
Die Inselbahn ist kürzer als sonst. Ausreichend Platz aber vorhanden. Die Gepäck-Container sind kleiner, der Koffer somit schnell gefunden. Der Inselbahnhof fast verwaist. Nur ein Kutschtaxi wartet auf Kundschaft. Die Strasse fast menschenleer. Mittags, 14 Uhr, Langeoog, Hauptstrasse… Spät-Herbst.

Langeoog - Hauptstrasse im WinterAm Inselbahnhof hängen nur noch wenige Hinweis-Zettel. Der wichtigste derzeit enthält die Öffnungszeiten der Geschäfte, Restaurants und Kneipen. Es ist fast wie früher, Mittagspause 13 bis 15 Uhr und um 18 Uhr ist die Geschäftstür verschlossen. Andere Geschäfte bleiben gleich ganz geschlossen. Das muss man halt einplanen.

Es ist Abend. Der Blick aus dem Hotelfenster zeigt: Rushhour. Gegenüber vorm Dwarslooper eine Ansammlung von vielleicht zehn Fahrrädern. Mehr werden es nicht. Das einzige Geräusch ist das Klickern der Digitaluhr der benachbarten Apotheke beim Umschalten der Anzeige. Keine Menschenmassen und Gemurmel hunderter redender Urlauber wie im Sommer.

Untermalt in der Ferne von dem Rauschen der Brandung.

Langeoog - StrandMorgens. Die Luft ist rau. Kalter Wind weht von der See rüber. Die Sonne scheint. Dick eingemummelt geht an den Strand.

Der Strand ist menschenleer. Die Strandkörbe sind weg. Kein Sportgerät mehr da. Rutschen, Schaukeln und Wippen winterfest eingelagert. Befestigte Wege sind nun Sandpfade. Selbst diverse Dünenübergänge sind weg. Die Allerheiligen-Sturmflut hat sie einfach mal weggespült. Überhaupt ist die Sturmflut überall erkennbar.

Vom Hauptstrand aus geht es gen Osten. Immer an der Wasserkante entlang. Der Sturm hat viel Unrat angespült und auch viele Algen angeschwemmt. Drachen dürfen jetzt überall aufsteigen, Hunde toben jetzt auch immer am gesamten Strand entlang. Es ist ganz anders als im Sommer.

Langeoog - überflutete WegeDen Wind im Rücken geht’s immer weiter den Strand entlang. Viele Möglichkeiten gibt es im Moment nicht, auf die windgeschützte Seite der Dünen zu kommen. Irgendwann auf Höhe der Melkhörndüne gibt es einen Übergang. Der Rückweg durch das Pirola-Tal wird allerdings alles andere als trocken. Die Nordsee hat sich einige Tage zuvor nicht vom kleinen Deich aufhalten lassen und hat einige kleinere Seen hinterlassen. Leider führen die befestigten Wege nun durch jene Seen.

Langeoog - Hauptstrasse bei NachtZurück im Dorf. Die Beleuchtung der Geschäfte zaubert ein gemütliches Licht in die Strassen. Im Sommer rappelvoll, weil alle Essen gehen wollen. Jetzt ausgestorben. In den Geschäften ist es auch friesisch-ruhig. Bloß nicht hektisch sein.

In den Restaurants außerhalb der Hotels trifft mal überwiegend auf Insulaner. Hört Diskussionen über die vergangene Saison und die schrägen Touristen oder wie der Kursaal für die Silvester-Party zu schmücken sei. Insel-Alltag halt.

Das Fischgeschäft hat geschlossen, Fisch gibt’s nur auf Bestellung im Supermarkt. Die Regale für Tageszeitungen und Zeitschriften sind sehr übersichtlich sortiert, Bild plus lokale Presse.

Langeoog - BrandungEin neuer Morgen. Geweckt vom Nebelhorn. Irgendwo weiter draußen bahnt sich ein Kutter seinen Weg durch die ungemütliche Nordsee. Da schmeckt der frische Kaffee gleich doppelt lecker.

Später, nach einem Gang durch das Naturschutzgebiet im Süden der Insel, versucht der Seenebel dann mich einzuholen. Zum Glück ist die Sonne stärker und bald ist auch die Nachbarinsel Baltrum wieder sichtbar.

Zum Aufwärmen gibt es einen echten Friesen-Tee am prasselnden Kamin der Strandhalle mit freier Sicht auf die Brandung. Abends dann noch ein Bad in der vorgewärmten Brandung des Wellenbades, bevor es erneut auf die Suche nach einem netten Restaurant geht.

Vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass im Winter eine Unterkunft mit Satelliten-TV ganz nett sein kann. Die Abende sind doch etwas länger… Ein paar gute Bücher sind auch ratsam. Auf jeden Fall wird es sehr erholsam. Hier hat man plötzlich wieder Zeit.

Langeoog - Wasserturm bei NachtHier noch abschließend ein paar nützliche Links:

Autor: Olaf

Bielefelder in Bayern. Arminia Bielefeld Fan (Schmerz-Sucher). Football Fan. Technik-Freund. Kino- und Musical-Fan. Hauptberuflich Online-Marketing-Fuzzi. Berufspendler und DB-/MVG-Geschädigter.

2 Kommentare

  1. Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis unsere Seelen uns wieder eingeholt haben (indianisch). Langeoog im Winter ist genau das richtige dafür

  2. Pingback: Langeoog - Sommer, Sonne, Entspannung (2/3) | Meinereiner-Blog

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