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Die Welt, das Leben und ich…

Zurück in der digitalen Steinzeit…

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Wie verwöhnt sind wir doch mittlerweile, wenn es um die Geschwindigkeit beim Surfen geht. Alles ist in wenigen Sekunde auf dem heimischen Rechner angekommen. Radio hören, Fernsehen usw., alles ist mittlerweile möglich. Doch dann schlägt der Internet-Provider erbarmungslos zu: DSL ist kaputt, Leitung tot. Und das am Freitag Abend…

Anruf bei der Hotline ergibt einen Streif an Horizont:  “Morgen früh meldet sich jemand bei Ihnen und repariert die Leitung. ” Na, wenn das keine positive Aussage ist. Aber reingefallen. Die Hotline meldet sich und es stellt sich heraus, die Störung wurde falsch weitergeleitet. Auch kommt gleich die große Ernüchterung: “Heute – am Samstag – wird das wohl nix mehr. Die Kollegen arbeiten nur bis Mittag und kümmern sich nur um große Störungen.”

Zurück auf dem Boden der Tatsachen: Ich bin nicht wichtig, mein DSL-Totalausfall zählt nicht in die Kategorie der großen Störungen. Aber habe ich etwas Anderes erwartet? Nicht wirklich, dafür kenne ich den Provider ja mittlerweile gut genug… 😉

Wie kommt man nun an seine Emails, an Facebook, Twitter & Co.? Irgendwo liegt doch noch so ein USB-UMTS-Stick rum (Web’n Walk, Surfstick oder wie die so genannt werden). Also rein in die mobile Welt des Internet. Stick in Laptop gesteckt, PIN eingetippt und los geht’s! Pustekuchen…

Es geht schon was, aber das ist wenig. Verbindung mit EDGE und das nur mit recht schwachem Signal. Mal ein schneller Blick, ob’s auch schneller geht… Nein, schneller will hier kein anderer Provider, auch wenn die Verfügbarkeitslisten immer von UMTS uns sogar HSDPA sprechen, ankommen tut maximal EDGE. Na dann wollen wir mal…

Nun kamen die Daten angeflogen. Immer schön Byte für Byte – aber nur nicht beeilen dabei.

Man, wie haben wir das damals mit Modem oder ISDN-Karte nur geschafft, im Internet Informationen zu erhalten? Damals, als der Download von Star-Office noch Stunden dauerte und dabei war die Datei nicht einmal halb so groß, wie ein heutiges Open-Office. Na ja, ich hatte Zeit in den Erinnerungen zu schwelgen. Im Schrank liegt noch ein 2.400er Modem, damals für BTX gekauft und auch vollkommen ausreichend. Ob das jetzt wohl schneller wäre? Oder das anschließende 14.4er Modem, mit dem man schon fast in einen Geschwindigkeitsrausch kam. Und dann gab es ISDN. Wow! Da konnte man die Geschwindigkeit verdoppeln, indem man beide Kanäle nutzte… 🙂

Aber es hat damals auch richtig Spaß gemacht. Es dauerte auch damals seine Zeit, bis eine Seite aufgebaut war, nur kam es uns nicht so lange vor. Ich glaube, da waren auch die Internetseiten noch auf “Lade-Performance” optimiert. Was haben wir damals an Grafiken rum geschraubt, bis sie qualitativ gut waren und trotzdem nur ein paar wenige Kilobytes hatten. Alles was Ballast beim Laden war, wurde optimiert.

Wenn man sich heute Seiten ansieht, dann werden Javascript- und Stylesheet-Dateien geladen, als ob es die irgendwo im Dutzend billiger gab. Dann noch mit einem schönen Flash gepaart, natürlich mit vorgeschaltetem Ladebalken, damit auch ja alles erstmal auf dem Rechner angekommen ist, was man evtl. mal gebrauchen könnte. Da kann man sich getrost einen Kaffee kochen, wenn man eine Seite aufgerufen hat. Einen Koffein-Schock später hat man es dann auch geschafft, die Retoure beim Online-Versandhaus einzutragen. Der Download der zugehörigen Belege zum Versand dauert dann noch eine 11er-Kiste Bier.

Na ja, spätestens nach der Kiste Bier macht das Surfen dann doch wieder Spaß. 😉

Montag war dann plötzlich der DSL-Anschluss wieder auf Hochtouren. Vielen Dank lieber Internet-Provider, sonst wäre die Internetnutzung noch gesundheitsschädlich geworden… 😉

Autor: Olaf

Bielefelder in Bayern. Arminia Bielefeld Fan (Schmerz-Sucher). Football Fan. Technik-Freund. Kino- und Musical-Fan. Hauptberuflich Online-Marketing-Fuzzi. Berufspendler und DB-/MVG-Geschädigter.

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